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Pressespiegel: Atomkraft spart kein Kilo Klimagas |
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Saturday, 10. February 2007 |
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 Mit Kernkraft nichts gespart? (TreibhausEffekt_2 von N-Loader; www.aboutpixel.de) Pressespiegel: DIE WIRTSCHAFT WIRD DAS CO2-KONTINGENT EINHALTEN - SO ODER SO Atomkraft spart kein Kilo Klimagas
von BERNWARD JANZING (mit freundlicher Genehmigung der taz - die tageszeitung, taz vom 22.12.06)
Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken als Klimaschutz - wie lächerlich. Um das zu belegen, muss man sich nicht einmal auf die technische Diskussion einlassen, wie viel Kohlendioxid beim Betrieb des Reaktors durch die Bereitstellung des Urans frei wird. Allein der Blick auf die Ökonomie reicht dafür aus. Denn ein länger laufender Atomreaktor in Deutschland verhindert kein einziges Kilogramm Treibhausgas.
Das hängt schlicht mit der Konstruktion des Kioto-Protokolls zusammen. Dieses gibt nämlich eine maximal zulässige CO2-Menge vor, die Deutschland ausstoßen darf. Und die Wirtschaft ist verpflichtet, diese Grenze einzuhalten - ob mit oder ohne Atomkraft. Bei Überschreitung werden saftige Strafzahlungen fällig. Also werden die Firmen diese Höchstgrenzen unter allen Umständen einhalten und entsprechend investieren.
Das hängt schlicht mit der Konstruktion des Kioto-Protokolls zusammen. Dieses gibt nämlich eine maximal zulässige CO2-Menge vor, die Deutschland ausstoßen darf. Und die Wirtschaft ist verpflichtet, diese Grenze einzuhalten - ob mit oder ohne Atomkraft. Bei Überschreitung werden saftige Strafzahlungen fällig. Also werden die Firmen diese Höchstgrenzen unter allen Umständen einhalten und entsprechend investieren.
Umgekehrt heißt das aber auch, dass die Wirtschaft das verfügbare CO2-Kontingent voll ausschöpfen wird. Logische Folge: Die zusätzlichen Strommengen der Atomkraftwerke würden lediglich den Druck auf die Industrie mindern, effizienter zu werden oder erneuerbare Energieanlagen aufzubauen . Wer anderes glaubt, hat Kioto nicht verstanden.
 Der Traum ist aus... (Kernkraft von Niggle; www.aboutpixel.de) Oder er redet wider besseres Wissen. So, wie es die Atomlobby gerne tut, wenn sie von fehlenden Alternativen zur Nukleartechnik spricht, während sogar ihre eigenen Daten eine andere Sprache sprechen. Denn in den kommenden fünf Jahren werden bei Umsetzung des Atomausstiegs gerade 30 Milliarden Kilowattstunden an Jahresproduktion wegfallen. Im gleichen Zeitraum rechnet die Branche selbst jedoch mit einem Anstieg der jährlichen Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien um 37 Milliarden Kilowattstunden.
So lösen sich bei nüchterner Betrachtung alle Argumente der Atomlobby schnell in Wohlgefallen auf. Die Bundesregierung wird mit ihrer Entscheidung über die Laufzeitverlängerungen des AKW Neckarwestheim nun offenbaren, ob sie mehr von der Lobby oder von der Vernunft geprägt ist.
taz Nr. 8158 vom 22.12.2006, Meinung und Diskussion, 46 Zeilen, S. 11, BERNWARD JANZING
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